Wir trauern um Dipl.-Ing. Peter Prokop

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Peter Prokop weilt nicht mehr unter uns. Nach kurzer schwerer Krankheit ist er am 20. Mai 2019 im 81. Lebensjahr von uns gegangen.

Viele von uns kannten ihn. Seit dem ersten Genealogenstammtisch.in.Wien war er regelmäßiger Besucher. Wir erinnern uns an ihn persönlich, manche an Diskussionsbeiträge, andere an persönliche Gespräche mit ihm.

Peter Prokop, der sein Studium an der Universität für Bodenkultur absolviert hatte, war viele Jahre im Bereich der Landwirtschaft, der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern tätig. Bildung und Jugend waren immer seine besonderen Anliegen: Als Geschäftsführer der Landjugend – mit über 90.000 Mitgliedern ist sie Österreichs größte Jugendorganisation im ländlichen Raum -, Bundesgeschäftsführer des Ländlichen Fortbildungsinstituts, Mitglied verschiedenster Beiräte, Kommissionen etc. oder als Mitglied der Hörer- und Sehervertretung des ORF.

Ich kenne Peter Prokop seit 1964: Damals fand in Niederösterreich die Pflüger-Weltmeisterschaft in Fuchsenbigl im Marchfeld statt. Mein Bezug dazu: Die Stadtmusik Maissau und die Musik des Gardebataillons Wien gaben den musikalischen Rahmen. Eine Großleistung vollbrachten damals „seine“ Jugendlichen, die dabei eigenständig 70 Kilometer Telefonleitungen verlegten und elf Kilometer Zaun sowie 500 Fahnenmasten aufstellten.

Auch später kreuzten sich unsere Wege. Als es im Zuge der Neukonzeption der Bergbauernförderung darum ging objektive Verfahren festzulegen, waren wir eine Woche gemeinsam quer durch Österreich unterwegs.

Das dritte Mal, dass wir wieder in Kontakt kamen, war anlässlich des ersten Genealogenstammtisch.in.Wien. Peter Prokop ließ sich nicht die Gelegenheit nehmen sich mit Gleichgesinnten zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und sein Wissen einzubringen.

Wie auch in der Zeit seiner Berufstätigkeit, in der er in vielen Bereichen weit über sein berufliches Aufgabengebiet hinaus engagiert war, warteten viele Beschäftigungen auf ihn. In den letzten Jahren widmete er sich der Mitarbeit bei den Recherchen für das Österreichische Architektenlexikon, darüber hinaus publizierte er seine Forschungsergebnisse auch in verschiedenen Fachzeitschriften und anderen Medien.

Die zuletzt mir erinnerlichen Arbeiten sind „Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum – eine Arbeitstranskription“ und „Der „Wiener Fahnentumult“ von 1798 und Fürst Nikolaus II. Esterházy – Der Sturm auf die französische Gesandtschaft in den Tagebuchnotizen des Joseph Carl Rosenbaum!“ oder „Tobias Kornhäusel: ein vergessener Volksschauspieler“, alle veröffentlicht in den Wiener Geschichtsblättern des Vereins für Geschichte der Stadt Wien.1.)

Peter Prokop war nicht nur ein begeisterter Forscher, sondern auch ein außergewöhnlich liebenswerter Mensch. Er hat uns immer wieder besucht, hat seine hohe Fachkompetenz eingebracht und war beratend eine große Stütze bei der Gründung der ÖFR.

Allen, die ihn sich nochmals in Erinnerung rufen wollen, hier ein Link zu einem Video des Wiener Stadt- und Landesarchivs, in dem Sie Peter Prokop ab 3:44 nochmals sehen können:

https://www.wien.gv.at/video/146226/W24-Streifzuege-Wiener-Stadt-und-Landesarchiv

Peter Prokop wurde gestern verabschiedet, die Beisetzung erfolgt im Familienkreis.

Die heilige Messe wird in der Pfarrkirche Rossau (1090 Wien, Servitengasse 9) am Dienstag, dem 25. Juni 2019, um 18.30 Uhr gefeiert.

Unsere Anteilnahme gilt seiner Gattin und allen Angehörigen.

 

1.) Die Transkription „Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum“ finden Sie auch online unter:

https://adler-wien.at/peter-prokop-die-tagebuecher-des-joseph-carl-rosenbaum-oenb-sn-194-204-eine-arbeitstranskription/

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